Hochwasser Rückhaltebecken

Das Hochwasserrückhaltebecken (HRB) Düdelsheim, im Volksmund auch einfach “Damm” genannt, wurde 1969 erbaut, um die Überschwemmungsgefahr für die Tieflagen zu beseitigen – und erfüllt damit eine wichtige Aufgabe für die gesamte Region. Es befindet sich direkt am Seemenbach, unweit des zu Düdelsheim gehörenden Findörfer Hofs . Die Umgebung ist bei Spaziergängern und Radfahrern aufgrund der herrlichen Landschaft und des malerischen Ausblicks sehr beliebt.

Daten zum HRB Düdelsheim

Betreiber des HRB Düdelsheim ist der Wasserverband NidderSeemenbach. Der Dammkörper des HRB ist über 1 km lang und bis zu 6,5 m hoch, bei Vollstau (128,79 müNN) beträgt der Hochwasserrückhalteraum 5,11 Mio. m³. Es handelt sich um ein Trockenbecken ohne Dauerstau. Der Betriebsauslass des HRB besteht aus zwei rechteckförmigen Öffnungen (Breite 1,6 m, Höhe 1,5 m), deren Fließquerschnitte mit Schiebern verändert werden können. Im Trockenwetterfall sind die Schieber beider Betriebsauslassöffnungen hochgefahren. Bei ansteigendem Hochwasser fährt eine der beiden Schieber herunter; die Abgabe aus dem Becken
erfolgt dann nur durch eine Auslassöffnung (wobei anzumerken ist, dass auch am HRB Düdelsheim die beiden Auslassöffnungen/Schieber im Wechsel betrieben werden).

Im Hochwasserfall wird die Beckenabgabe zunächst auf einen konstanten Regelabfluss von RQ = 9,0 m²/s gedrosselt. Darüber hinaus erfolgt auf der Grundlage der Wasserstandsmessungen des Nidder-Pegels Glauberg – dieser befindet sich etwa 3 km oberhalb der Mündung des Seemenbachs in die Nidder – mit RQ = 5 m³/s bzw. 2 m³/s eine weitergehende Verringerung der Abgabe aus dem HRB Düdelsheim. Dabei wird unterschieden in Winter- und Sommerbetrieb: Gegenüber dem Sommerbetrieb wird im Winterbetrieb die
Beckenabgabe des HRB Düdelsheim bei höheren Nidderabflüssen verringert.

Quelle: Regierungspräsidium Darmstadt – Hochwasserrisikomanagementplan Nidda (Kurzfassung)

Weitere Informationen

Hochwasser im Januar 2021

Ende Januar 2021 drohte das HRB Düdelsheim vollzulaufen. Nach Starkregen und Tauwetter führte der Seemenbach extrem viel Wasser. Die Büdinger Altstadt war stellenweise hüfthoch überflutet. Auch nachdem das Wasser aus der Altstadt zurückgegangen ist, wurde über den Seemenbach weiter viel Wasser transportiert. Das Rückhaltebecken zwischen Düdelsheim und Orleshausen ist für solche Hochwasserereignisse eigens gebaut worden. Die Wassermengen wie sie zu dieser Zeit vom Seemenbach geführt wurden , brachten die Anlage allerdings an ihre Grenzen.

Zahlreiche Düdelsheimer in der Nähe des Seemenbachs schützten vorsorglich ihre Häuser mit Sandsäcken, viele Freiwillige sicherten präventiv auch die Kita Wirbelwindchen und die Georg-August Zinn-Grundschule ab.

Kurze Videoimpression zum Hochwasser Ende Januar 2021 – Blick vom Damm in Richtung Findörfer Hof.